Dr. Bianca Witzschel: Zusammenfassung des 23. Verhandlungstages

Dr. Bianca Witzschel: Zusammenfassung des 23. Verhandlungstag

Der 23. Verhandlungstag in der Hauptverhandlung war aus rechtlicher Sicht bitter, weshalb im Publikum die Emotionen hoch kochten. Die Verteidigung stellte heute vermutlich ihre letzten Anträge, denn Richter Scheuring hatte dafür eine Frist bis zum heutigen 13. Mai 2024 gesetzt. Zwar haben Biancas Anwälte dieser Frist heute widersprochen, es ist aber zu befürchten, dass das Gericht diesen Antrag morgen – wie fast alle anderen Anträge auch – ablehnen wird. Damit dürfte das Gericht die Beweisaufnahme morgen abschließen wollen, so dass lediglich noch die Plädoyers gehalten werden und abschließend das Urteil verkündet wird. Das alles dürfte voraussichtlich in den nächsten 1-2 Verhandlungstagen geschehen, so dass die Hauptverhandlung deutlich früher als erwartet enden könnte. Ursprünglich waren immerhin 40 Verhandlungstage angesetzt, von denen bisher nur eine Hand voll ausgefallen sind.

Grund für die frühe Beendigung der Beweisaufnahme ist aus Sicht des Gerichtes, dass es sich bei den über 900 vorgeworfenen Fällen um Taten gleicher Art handele und es daher reichen würden, von jedem der angeklagten Behandlungstage zufällig ausgewählte Patienten zu befragen. Außerdem hat das Gericht durch die Ablehnung der zahlreichen Beweisanträge bereits deutlich gemacht, dass es von der Verteidigung keine aufklärenden Erkenntnisse erwartet. Deutlicher hätte das Gericht auf juristischem Wege seine Geringschätzung der Angeklagten und ihrer Entlastungsbeweise nicht zum Ausdruck bringen können – und gleichzeitig seine Schlagseite verdeutlichen können. Es ist schon dreist, wie unverblümt das Gericht die Beweisaufnahme zu Lasten der Angeklagten Dr. Bianca Witzschel abschneiden will.

Deshalb kochte heute auch im Publikum die Stimmung hoch und es waren mehrfach Zwischenrufe zu hören. Nach der Verhandlung hat sich ein Zuschauer sogar auf die Straße gestellt und friedlich aber lautstark an den Gerechtigkeitssinn der an der Ampel im Auto wartenden Richter appelliert.

11 Kommentare zu „Dr. Bianca Witzschel: Zusammenfassung des 23. Verhandlungstag“

  1. Sabine Heinrich

    UNGEHEUERLICH!
    Lieber Marcus, falls Du Genaueres über die Termine weißt, teile sie mir bitte unbedingt mit! Sehr gern auch über meine E-Mailadresse.
    Dann versuche ich – anders als fest geplant und gebucht Ende Juni – spontan nach Dresden zu kommen. – Könnte es aber nicht vielleicht auch sein (das ist meine große Hoffnung) dass die Richter merken, dass sie mit ihrer Strategie nicht durchkommen und deshalb auch keine Wissenschaftler als Zeugen pro Bianca zulassen, weil sie denen gegenüber keine Argumente haben?
    Das erinnert mich an den Umgang mit der AfD.
    Sie werden – gerade der “ehrenwerte” Herr Scheuring – alles versuchen, Bianca soviel zu schaden wie möglich – und wenn es “nur” darum geht, ihre Existenz zu vernichten.
    Da ich Herrn Scheuring 4x erleben durfte, fürchte ich allerdings noch Schlimmeres.

    1. Liebe Sabine,
      der nächste Verhandlungstag ist heute und der letzte Verhandlungstag eventuell schon diesen Freitag.

      LG, Marcus

        1. Man wird jederzeit rein gelassen. Aber um pünktlich zu Beginn im Saal zu sein, sollte man aufgrund der Sicherheitskontrolle spätestens 15 Minuten vorher (also 8:45 Uhr) vor Ort sein.

  2. Sabine Heinrich

    Danke, Marcus!
    Leider kann ich am Freitag auf keinen Fall vor Ort sein.
    Wenn wir ein funktionierendes Rechtssystem, eine unabhängige Justiz hätten, müsste Bianca umgehend freigelassen werden (Sie hätte gar nicht erst eingesperrt werden dürfen!) und eine sehr hohe Haftentschädigung erhalten.
    Auf Deinen heutigen Bericht warte ich sehr gespannt – und natürlich erst recht auf den vom Freitag.
    Herzliche Grüße!
    Sabine

  3. Sabine Heinrich

    Wie ich erst vorhin erfahren habe, wurde der gestrige Termin (17.5.) kurzfristig abgesagt. Wieder einmal! Absage eines seit weit über einem halben Jahr feststehenden Termins.
    Zum sage und schreibe 7. Mal!!! seit Jahresbeginn!
    Diese Arroganz der Macht – demonstriert/verkörpert durch Richter Halden – äh – pardon – hätte mich beinah verschrieben – Scheuring – , der Verachtung der Angeklagten, ihrer Rechtsanwälte und der Prozessbeobachter ist nicht mehr mit gepflegten Worten zu kommentieren!
    Wenn meine Schulleiterin innerhalb dieses Zeitraumes 7!!! seit langem feststehende Termine hätte platzen lassen, wäre sie wohl – obwohl Beamtin – weg vom Fenster! Oder hätte zumindest mit ernsthaften Maßnahmen zu rechnen gehabt – dafür hätten schon die Eltern gesorgt!
    Aber der Herr Scheuring – (Er verurteilte Ende März 2024 einen Mehrfachvergewaltiger – Rechtsanwalt – zu einer 2jährigen Bewährungsstrafe – BILD hatte berichtet) fühlt sich offensichtlich – und wohl berechtigt – sehr, sehr sicher, weiß schützende Hände über sich!
    Was Bianca mit dieser Terminabsage angetan wird, bezeichne ich als ZUSÄTZLICHEN Psychoterror!
    Sie hatte sich vermutlich gefreut, vor der langen Pause bis zum 4.6. durch den Transport von Chemnitz nach Dresden noch einen Blick durch die abgedunkelten Scheiben auf die Natur werfen zu können, von ihren Sympathisanten mit Applaus, Herzen und Zuwendung aller Art bedacht zu werden.
    Irgendwann wird das Pendel hoffentlich zurückschlagen und dann auch der ehrenwerte Herr Richter und alle diejenigen, die Bianca so viel Leid zugefügt haben und weiterhin zufügen, den Lohn für ihre widerwärtige Arbeit erhalten.
    Ich kann meine Abscheu gar nicht in Worte fassen!
    Gut, dass Bianca einen zuverlässigen Unterstützerkreis hinter sich weiß!
    Wenn ich in der Nähe wohnen würde, würde ich zu Pfingsten ein Trauergebinde vor der JVA Dresden niederlegen mit einem beigefügten und entsprechend gestalteten Blatt: “Hier wird die Gerechtigkeit zu Grabe getragen. Justitia weint!”
    Und dann noch “Freiheit für Dr. Bianca Witzschel!”
    Alle Unterstützer und Freunde von Bianca grüße ich ganz herzlich!
    Sabine aus S-H.

  4. Sabine Heinrich

    Lieber Marcus,

    ich bitte Dich um Korrektur meines Kommentars vom 18.5.
    Zum Schluss – 6.Zeile von unten – muss es statt JVA …vor dem OLG – heißen (stimmt doch – oder?)
    Und 4. Zeile von unten: Justitia – statt Justizia.

    Danke im Voraus – und vV ! 😉
    Liebe Grüße!

    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      JVA Dresden ist nicht unbedingt verkehrt, denn dieser Hochsicherheitssaal des OLG Dresden ist in die JVA Dresden integriert.

      Den anderen Fehler habe ich korrigiert.

      Liebe Grüße
      Marcus

      1. Sabine Heinrich

        Lieber Marcus,
        danke!
        Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meinen häufigen und langen Kommentaren vielleicht etwas anstrengend werde:
        Ich muss eine Frage loswerden:
        Wie wird das Urteil gegen Bianca zustandekommen?
        Entscheidet der unvoreingenommene (HUST! LACH!) Richter Scheuring allein nach Gutdünken, oder gibt es eine Abstimmung hinter verschlossener Tür?
        Und falls – wer darf überhaupt abstimmen?
        Auch die Schöffen?
        Haben alle Stimmen das gleiche Gewicht?
        Die sehr junge Frau an des Richters Seite (Es soll eine Richterin sein), die am 26.4. auch einmal vorlesen durfte (Du hast sie nicht erleben können) – wird es sicher nicht wagen, anders abzustimmen als es der ehrenwerte Herr Richter befiehlt – pardon – vorschlägt.

        Herzliche Grüße aus S-H vom Nordlicht
        Sabine

        1. Liebe Sabine,
          theoretisch sollte die gesamte Kammer (also alle 3 hauptberuflichen Richter sowie die ehrenamtlichen Richter [Schöffen]) zur Urteilsfindung “hinter verschlossenen Türen” abstimmen. In der Praxis ist meine Erfahrung als ehemaliger Schöffe jedoch, dass die Meinung des vorsitzenden Richters ein – vorsichtig ausgedrückt – schweres Gewicht bei vielen Schöffen hat (Stichwort Gruppenzwang).

          Liebe Grüße
          Marcus

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